Eignen sich Youngtimer für Fahranfänger?

Nicht jeder kann es sich leisten, dem Sohnemann oder dem Töchterlein zum bestandenen Führerschein mal eben einen Neuwagen zu schenken und heißt es nicht auch, auf alten Pferden lernt man das reiten? Wie so Vieles hat auch dies seine Vor- und Nachteile. Doch wenn das Geld nicht ganz so locker sitzt, man sich aber partout in den Kopf gesetzt hat dem eigenen Spross diese ganz sicher große Freude zu bereiten, warum dann nicht auf einen günstigeren Youngtimer zurückgreifen?


Dieser Mecerdes S-Klasse Baujahr 1992 ist
ein Youngtimer mit Stil!

Nicht cool genug? Nun, das hängt ganz sicher maßgeblich vom Fahrzeug ab. Ein gut gepflegter Mercedes älteren Baujahrs bietet beispielsweise einen vergleichsweise angenehmen Komfort und je nach Modell so einiges serienmäßig, was sich bei vielen Konkurrenten erst deutlich später wiederfinden lässt (Servolenkung, ABS etc.). Adäquate Ersatzteile lassen sich problemlos über das Internet bestellen, Liebhaberwerkstätten finden sich quer durch Deutschland und viele Handgriffe am Fahrzeug können noch problemlos selber durchgeführt werden. Davon profitiert nicht nur die eigene Geldbörse, sondern auch der Fahranfänger. Er bekommt ein Mittel- bis Oberklassefahrzeug älteren Baujahrs, bei Bedarf sämtliche Ersatzteile günstiger und kann gegebenenfalls noch so einiges selber lernen, quasi von der Pike auf.

Doch was genau ist eigentlich ein Youngtimer?

Das lässt sich leider nicht (mehr) ganz eindeutig beantworten. Fakt ist, es handelt sich (noch) nicht um einen Oldtimer. Unter einem Oldtimer versteht sich ein Fahrzeug dessen Erstzulassung dreißig Jahre zurückliegt. Die Anerkennung zum Oldtimer bringt zahlreiche Vorzüge mit sich wie beispielsweise Vergünstigungen bei der Versicherung oder der Kfz-Steuer. Solche Vorteile bietet ein Youngtimer leider nicht, da es ihn laut der neuen Fahrzeugzulassungsverordnung von 2007 zumindest offiziell nicht mehr gibt. Aber unter Autoliebhabern und Experten gilt als Youngtimer ein Fahrzeug, das zwischen 20 und 29 Jahre alt ist (gemessen an der Erstzulassung). Mit anderen Worten ein älteres Kfz auf dem Weg zum Oldtimer.

Und damit soll der Fahranfänger fahren?

Natürlich, allerdings empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass sich das entsprechende Fahrzeug in einem rundum vorzeigbaren Zustand befindet. Mal abgesehen davon, dass sich der Fahranfänger bei seinen Freunden auch weiterhin noch sehen lassen möchte, soll er ja auch sicher durch den Verkehr kommen und einen gewissen Komfort nicht missen müssen. Daher geht die Empfehlung ganz klar an Modelle, die für ihre wertbeständige Qualität bekannt sind. Preislich sind viele Youngtimer deutlich günstiger als die billigsten Neuwagen, wobei der Wertverlust, sofern überhaupt, wesentlich geringer ausfällt. Mit anderen Worten, wenn der Sprössling seinen ersten Wagen pfleglich behandelt, dann könnte er ihn vielleicht sogar zum selben Preis in einigen Jahren wieder verkaufen. Insbesondere dann, wenn dieser in die begehrte Klasse der Oldtimer aufgenommen wird.

Kleiner Tipp: In einigen Fällen gewähren Kfz-Versicherer sogar noch Rabatte auf Youngtimer. Umsehen und Nachfragen können sich also durchaus noch zusätzlich lohnen.